Aktuelles

Jahresrückblick 2025

16.01.2026

Seit zwei Woche sind wir schon im neuen Jahr, das für uns mit einem Habicht mit gebrochenem Rückgrat begonnen hat, dem wir leider nur noch den letzten Weg erleichtern konnten.

Die Zahl der Tiere, die wir im vergangenen Jahr aufgenommen haben, unterscheidet sich nicht wesentlich von der im Vorjahr.

Spitzenreiter waren dieses Jahr die Ringeltauben. Gefolgt von Igeln und Stockenten. Die Stockenten stammten vorwiegend aus ausgemähten Gelegen, die unsere Wyandottenhühner ausgebrütet und großgezogen hatten, was hervorragend funktioniert hat.

Die Ringeltauben kamen aus den unterschiedlichsten Gründen. Gegen eine Glasscheibe geflogen, vom Hund gepackt, mit Kokzzidien infiziert und in einem Fall mit vorsätzlich gestutzten Federn. Warum Menschen so etwas tun, bleibt uns ein Rätsel. Igel kamen wie jedes Jahr vornehmlich mit Rasenmäherverletzungen und abgemagert.

Überrascht wurden wir auch mit einer Flut von Mauerseglern im Juni, die in der Hitzeperiode aus dem Nest gesprungen waren. Die Meisten konnten wir erfolgreich wieder auswildern. Besonders gefreut haben uns drei kleine Mittelspechte. So etwas sieht man nicht alle Tage und, dass sie dann auch noch gesund und munter nach draußen zurück konnten, hat uns natürlich auch etwas stolz gemacht.

Leider ist der gesamte Kreis Kleve seit November von der Vogelgrippe betroffen. Daher nehmen wir bis auf weiteres keine Wasservögel auf, um unsere Pflegetiere nicht zu gefährden.

Nach wie vor bekommen wir leider auch viele wirklich unhöfliche Anrufe, bei denen wir beschimpft, beleidigt und unsere Kompetenz angezweifelt wird. Auch, wenn wir inzwischen daran gewöhnt sind, ist das trotzdem nicht immer leicht zu schlucken.

Einen Großteil unserer Arbeit macht inzwischen auch das Beraten am Telefon aus. Gerade in den Sommermonaten klingelt es fast ununterbrochen. Viele Tiere benötigen keine Hilfe, oder kommen aus anderen Landkreisen, so dass wir sie nicht aufnehmen können. Wir versuchen am Telefon dann Tipps zu geben, an andere Auffangstationen zu vermitteln oder die meistens aufgeregten Leute zu beruhigen.

Seit letztem Jahr nimmt auch die Zahl der Tiere, die zwar angemeldet sind, aber nie bei uns ankommen, stetig zu, so dass wir inzwischen von mindestens einem Drittel mehr Tiere ausgehen müssten, würden alle gemeldeten Tiere auch kommen. Wir bitten inzwischen bei jedem Anruf um eine kurze Rückmeldung, wenn etwas dazwischen kommt und das Tier nicht gebracht werden kann, aber nur die Wenigsten melden sich tatsächlich zurück. Daher haben wir dieses Jahr beschlossen eine Notizbuch zu führen, damit wir eine realistischere Einschätzung bekommen, wie viel mehr es an hilfsbedürftigen Wildtieren eigentlich gibt.

Erfreulicherweise konnten wir dieses Jahr auch den ersten Volierenneubau fertigstellen. Die neuen Volieren sind größer und leichter zu reinigen, als die Alten.

Dabei geholfen hat uns die große Zahl an Ehrenamtlichen, die uns inzwischen unterstützt. Regelmäßig und mehrmals die Woche kommen drei von ihnen und fünf weitere sind immer nur einen Hilferuf weit weg, wenn Not am Mann ist. Vielen Dank an dieser Stelle für die viele geschenkte Zeit und Arbeit!

Seit Anfang des Jahres vermitteln wir auch wieder Tierpatenschaften, was erfreulich gut angenommen wird. Aktuell laufen 13 Patenschaften, die auf unserer Website einsehbar sind. Auch hier vielen Dank an jeden, der uns unterstützt!

Wir haben dieses Jahr bei drei Gelegenheiten im Tierpark Weeze und am Oermter Berg unsere Arbeit vorgestellt und konnten dabei auch gut Spenden sammeln.

Alles in allem, scheint das Interesse an unserer Arbeit weiterhin hoch zu sein.

Natürlich hoffen wir immer, möglichst wenig verletzte und hilfsbedürftige Tiere zu bekommen, aber es sieht so aus, als würden auch im neuen Jahr die Zahlen nicht sinken.

Vogelgrippe im Kreis Kleve

31.10.2025

Die gruseligste aller Halloweengestalten ist pünktlich eingetroffen. Die Vogelgrippe. Kreisweit herrscht jetzt Aufstallpflicht. Das gilt auch für uns.

Daher: Bis die Stallpflicht aufgehoben ist, nehmen wir keine Wasservögel wie Gänse, Enten, Möwen u.ä. mehr an! Finden sie solche Tiere, fassen Sie sie bitte nicht an und nehmen Sie sie auf keinen Fall mit. Das breitet das Seuchengeschehen nur aus.

Die Sache mit dem Diensthandy

Wir haben ein Diensthandy. Soweit so normal. Das Handy ist nötig, um während unserer Öffnungszeiten Notrufe entgegen nehmen zu können. Einer aus unserem Team hat das Handy immer in der Tasche. Beim Arbeiten, beim Einkaufen, während des Feierabends zuhause. Wir sind erreichbar von 8:00 bis 18:00 Uhr. 365 Tage im Jahr.
Pro Jahr nehmen wir etwa 2000 Anrufe entgegen. Letztes Jahr haben wir uns mal die Mühe gemacht und von März bis Juni alle Anrufe aufgeschrieben. Das waren 721 Stück.
Wir beraten am Telefon zur Hilfsbedürftigkeit des Tiers, beim Einfangen, für den Transport, geben Tipps, wo das Tier möglicherweise unterkommen könnte, wenn wir es nicht aufnehmen, weil es außerhalb unserer Kreisgrenze gefunden wurde. Wir beraten auch allgemein zur Fütterung von Igeln und Wildvögeln und versuchen zu helfen, wenn es uns möglich ist.
Was wir allerdings nicht machen, ist, Tiere einzufangen oder abzuholen. Und das scheint ein riesiges Problem zu sein.
Wir fahren nicht raus, weil wir niemanden haben, der alles am Laufen hält, Tiere füttert, neue Tiere annimmt, Gehege säubert, während wir unterwegs sind. Schlichtweg, wir schaffen es einfach nicht!
Leider passiert es zunehmend öfter, dass die Hilfsbereitschaft von Menschen, die ein Wildtier gefunden haben, rasant nachlässt, wenn sie erfahren, dass sie es selbst zu uns bringen müssen. Wir werden beschimpft und angemeckert. Es sei eine Unverschämtheit, dass wir nicht sofort losfahren würden.
Noch häufiger werden wir allerdings mit einem „Danke, dann weiß ich Bescheid“ zurückgelassen und das Tier taucht anschließend nie bei uns auf.
Inzwischen liegt die Menge angemeldeter Tiere, die nie ankommen bei 35%.
Wir bereiten Boxen oder Gehege vor. Legen Futter und Medikamente bereit. Informieren Tierarzt oder Ehrenamtler. Und dann…kommt das Tier nicht.
Häufig bleiben wir nach einem Telefonat mit einem „Der kommt eh nicht“ auf den Lippen zurück.
Nehmen sie sich die Zeit uns zurückzurufen, wenn das mit dem Einfangen nicht klappt oder sie später kommen oder das Tier zwischenzeitlich verstorben ist.
Wir sind nicht verpflichetet Tiere aufzunehmen. Wir sind nicht mehr verantwortlich, als jeder andere auch, dass es dem Tier schlecht geht. Wir benutzen Strom, in dessen Leitungen Vögel fliegen können. Wir essen Fleisch und trinken Milch, was zu Weidetierhaltung führt, in dessen Stacheldraht sich ein Tier verfangen kann. Wir fahren Autos, die Tiere an- und überfahren. Aber das tut jeder von uns. Und deshalb ist auch jeder ein Stück weit für den Schutz von Wildtieren verantwortlich.

Also bitte, bitte, bitte: Melden sie sich zurück, wenn sie nicht kommen!

Nehmen sie sich die Zeit ein Tier zu fangen und vorbei zu bringen!

Und vor allem: Beschimpfen sie uns nicht am Telefon für etwas, das sie selbst nicht besser machen!

Igel im Winter

Igel halten normalerweise von November bis März Winterschlaf. Wenn sie einen Igel entdecken, der dennoch in dieser Zeit unterwegs ist, beobachten sie ihn bitte ganz genau. Ist der Igel offensichtlich verletzt oder krank, können sie ihn gerne bei uns abgeben.
Igel, die sich bei Berührung zusammenrollen, ansonsten flink unterwegs sind und rund und kugelig wirken, brauchen keine Hilfe. Allenfalls können sie etwas Katzennassfutter anbieten oder ein Igelhaus in ihrem Garten aufbauen.
Sind sie sich nicht sicher, ob es dem Igel gut geht, können sie ihn mithilfe einer normalen Küchenwage wiegen. Jungigel sollten mindestens 500g, erwachsene Igel mindestens 800g haben. Igel, die sich deutlich unter diesem Gewicht befinden, können sie gerne bei uns abgeben.
Sollten sie den Igel außerhalb unserer Öffnungszeiten gefunden haben, setzten sie ihn für eine Nacht in einen mit Zeitung ausgelegten Pappkarton. Ein Handtuch oder zusammengeknüllte Zeitung geben dem Igel Versteckmöglichkeiten.
Im Zweifelsfall nutzen sie gerne unser Notfalltelefon.

0049 170 9725405
08:00 – 18:00 Uhr